Der lange Weg nach Westen 11.07.09

Was ist es das dir so gute Laune verschaft? Wir holen auf!

Ja heute werden wir es schaffen wieder eins zu eins mit unserem Blog up to date zu sein. Leider nur fuer sehr sehr kurze Zeit wie es scheint weil wir heute wieder fuer 3 Tage wegfahren, wahrscheinlich wenn sich da nciht mal wieder irgendwas anderes ergibt wie eigentlcih andauernd.

Aber das ist ja nicht meine Aufgabe darueber zu schrieben sondern ueber gestern den 11.7.

Es ist 6.54 der Wecker schellt und wir erheben uns um mit dem Vater und der Mutter gen Grenze zu fahren. Die beiden opfern fuer uns jetzt schon den zweiten Arbeitstag um uns zu bespassen auch wen das einige von uns nicht so tragisch sehen empfinde ich das als ein wirklich grosses Opfer das wir eignetlich nciht erwarten koennen aber wie ich schon mal erwaehnte sind es eben sehr aufgeklaerte und offene Menschen denen viel daran gelegen ist uns zu zeigen wie die Welt heir ist und was das LAnd so alles zu bieten hat. Nachdem wir uns selbststaendig mit den letzten Sandwiches vom Vortag versorgt haben kommt der Vater um unsere Rerflexe mit einem lauten "Hello my friends" zu testen und sich zu freuen wenn wir zusammenzucken und fast mit einem Herzinfakt liegen bleiben. Jetzt endlich beginnt unser Abenteuer und wir setzen uns in unser fahrbares 5 Sterne Hotel mit eisgekuehlter Coca Cola und einer Klimaanlage die uns auf 18 Grad runterzukuehlen sucht. Nur leider bringt uns das ueberhaupt nichts, da wir aufgrund der fruehen Stunde sofort in einen Murmeltier aehnlichen Schlaf verfallen.

Nach etwa 1 Stunde Schlaf gruesen uns die Lebensgeister wieder und wir erwachen einer nach dem anderen wieder um festzustellen, dass wir von einer Schicht von Eis ueberzogen sind und eigentlich mal wieder einem Fischstaebchen aehnlicher sind als einem Menschen. Wir haben jetzt den trockensten Teil des Landes erreicht in dem kaum Regen faellt und daher nur Reis angebaut wird. Ja mit Nassreisanbau. Fragt mich jetzt bitte nicht wie die das machen die schienen da irgendwie dann doch Wasser zu haben und ach was weis ich den. Nur Zwischendurch sind auch noch ein paar Rinder zu erspaehen die hier angeblich das zarteste und damit auch koestlichste Fleisch der ganzen Welt haben sollen. Tja da sag ich nur MDWS. Aber ansonsten erinnert die Gegend in etwa an den italienischen Mezzogiorno.

Es wird wohl gegen 10 sein da erreicchen wir Monte Cristi. Ich gebe zu ich habe das zuerst nciht so richtig mitgegriegt, da ichmir die Stadt ein bsichen imposanter vorgestellt habe. Aber an dem oeffentlichen Uhrenturm einer Stiftung irgendjemandes erzaehlt uns die Lucie das das hier eigentlcih das einzige interessante in der Stadt war. Interessant auf jeden Fall da es der erste Ort ist an dem wir eine Uhr in der Oeffentlichkeit zu sehen bekommen.

Wir fahren ein stueck weiter durch Salzfelder auf denen Salz via Verdunstung geerntet wird. Schaut eigentlich ganz nett asu wie die Leute da so im Wasser stehen aber das Wasser ist durch das ganze Salz unheimlich aggresiv und greift die Haut an. Hier entsteht auch die erste Theorie zu den Weisen Fusssollen der maximal Pigmentierten. In der Ferne sehen wir schon den Hausberg von Monte Cristi den Monte Cristi. er schaut aus wie ein Vulkan den jemand einfach auf der Haelfte abgeschnitten hat. Ich habe ihn dann einfach den dominikanischen Ayers Rock getauft. Wir halten am Ende der Strasse an um die malerische Bucht, die erstaunlicher weise nciht voellig ueberlaufen sondern absolut Menschenleer ist, zu geniesen. Nach einer meiner Meinung nach mal wieder viel zu kurzer Zeit machen wir uns wieder auf um per Auto in den Sueden zu fahren um nach Dajabon zu gelangen.

Nachdem der Vater, der natuerlich nie ohne Handy auskommt und deshalb auch an seinen freien Tagen in der Fabrik arbeiten kann, eine Stunde fuer eine Ueberweisung gebraucht hat fahren wir bereits wieder weiter ueber eine Strasse die jetzt endlich einmal den Vorstellungen einer Piste entspricht und die wenn ich ehrlich bin fuer mich auch den Vorstellungen der dominikanischen Strassen vollkommen gerecht wird. Wir kommen an staubtrockenen Strassenbegrenzungen aus Kakteen vorbei die teilweise einfach mal, ohne das es jemanden stoeren wuerde, anfangen zu brennen. Auf einmal erblicken wir eine Weide die wir alle einmuetig abgesehen von den Palmen und anderen Baeumen einstimmig in Deutschland und nicht in der Karibik vermutet haetten.

Nach etwa einer Stunde so gegen 12 erreichen wir den noerdlichsten Grenzuebergang. Den noerdlichsten legalen Grenzuebergang. Hier muss man kurz ein bsichen weiter ausholen um das folgende wirklich begreifen zu koennen. Der Pewee hat uns die tage mal erklaert das ein normaler Fabrikarbeiter wie bei ihnen in der Fabrik oder wie beim Brugal Rum im Monat etwa 7000 Pesos verdient. Nena verdient als Haushaelterin 6000 Pesos bekommt dafuer aber noch vom Vater das Schulgeld fuer die Kinder und die Wohnung spendiert. Also ein Arbeiter verdient hier das was umgerechnet etwa 150 Euro entspricht. (Also liebe Kinder beschwert euch nie wieder wegen zu wenig Taschengeld sondern denkt daran wie schlecht es euch gehen koennte) So jetzt ist Haiti (der andere teil von Hispaniola) meines Wissens nach das viertaermste Land der Welt. So der Vater hat uns jetzt erklaert das der Unterschied zwischen Domrep und Deutschland in etwa dem Unterschied zwischen Haiti und Domrep entspricht. Es schlaegt einem die Armut direkt ins Gesicht. Die Menschen die vor der Grenze auf unserer Seite rumsitzen kommen zum Grossteil aus Haiti und sind durchgehend, auch wenn das hart klingen mag, schwarz. Ununterbrochen fahren hier Truppentransporter mit Militaer rum und man sieht wie sich einige Leute immer wieder vor dem Militaer verstecken. Raphael erklaert was offensichtlich ist das es sich um illegale grenzueberschreiter handelt. Dann gehen wir die letzten hundert Meter zur Grenze. Dort wird uns erst richtig bewusst was eine Grenze ist. Was sind wir doch fuer blinde Kinder die wir in der Sicherheit der europaeischen Union aufgewachsen sind und Grenzen so gar nicht kennen. Ueberall stehen schwer bewaffnete Soldaten rum die den Finger immer am Abzug haben und jeden der nicht wie wir so weis ist sofort anhalten und nach Visa Pass und allem was man sonst noch denken kann fragen und wenn irgendwas fehlt sofrot zurueck schicken. Die Menschen von Haiti draengen sich vor dem Tor der Grenze und stehen zwischen den Bussen rum um die Moeglichkeit zu erhaschen um einmal und sei es nur fuer eine Stunde in das gelobte Land zu gelangen. In der Tat ist der UNterschied zwischen dem verbrannten Haiti und der immergruenen Domrep so krass das man den Unterschied spuert. Die Grenze ist ueber eine Bruecke angelegt die ueber den grenzfluss Rio Masacre fuehrt. In diesem Fluss tummeln sich die kleinen Kinder beim baden und waschen die Frauen die Kleider. Am Ufer kann man noch ein par Menschen sehen die die Waesche dann zum trockenen auslegen. Ueber all dem wacht die Uno mit einigen Jeeps samt Besatzung. Fuer uns das erste mal diese Organisation wirklich im Einsatz zu sehen. Wir sind wie unschwer zu merken ist von tief ergriffen. Ein Haitianer spricht uns an und versucht uns was ueber die Geschichte der Grenze und der Beziehung der beiden Laender zu erzaehlen. Als wir wieder gehen versucht dieser Mann mit uns in die Domrep zu gelangen und wird sofort von einem Soldaten aufgehalten und angeschrien als er versucht uns als Vorwand zu verwenden. Sichtlich ergrifen von diesen Augenblicken sind wir nur allzu froh wieder ins Auto zu gelangen und wir machen uns sofort auf den Weg in Richtung einer Jugendstaette von Raphael.

Um etwa 14 Uhr kommen wir nach nur 2 Militaerkontrollen in einem kleinen Dorf an in dem wir von Pewees in das beste Restaurant im Ort ausgefuehrt werden. Die BEstellung gestalltet sich denkbar einfach da es nur ein tagesgericht gibt. Trotzdem ist das Essen ausgezeichnet und so machen wir uns gestaerkt auf zu einem Fluss an dem Pewees Vater in seiner Jugend siene Ferien verbracht hat. Dort ist ein Wasserfall der ueber die Jahrhunderte eine Badegumpe erschaffen hat. Jugendliche Stuerzen sich mit dem Wasser aus geschaetzten 5 Metern kopfueber in dieses Becken hinein. Nachdem wir in das fuer dominikanische Verhaeltnisse Eiswasser eingetaucht sind interessieren wir uns dafuer in welche Tiefen man sihc heir den Stuerzen kann. Nach einem ausfuehrlcihen tauchgang wird uns klar dass cih diese Verrueckten in grade mal 3 Meter tiefes Wasser stuerzen in dem zudem nicht ersichtlich teilweise noch Felsbloeke rumliegen. Da erkennen wir endlich das wir uns in einem Terroristenausbildungscamp befinden in dem die Angst vor dem Tod genommen werden soll. Wunderlicher Weise passiert rein gar ncihts waehrend der ganzen Zeit in der wir dort sind. Nachdem Raphael aus seinem Schlummer erwacht zeigt er uns die Atraktion dieses Ortes: Der Wsserfall. Nachdem man sich aus 3 Metern in die Tiefe Gestuerzt hat kann man sihch ueber die Felsen in ein Becken hochziehen in das das Wasser reinstuerzt und so neben einem Wirlepool auch noch eine wunderbare Anlage zum unabsichtlichen Entkleiden von gewissen Modefetzen der Frauen bildet. NAchdem wir uns dort etwa eine Stunde gehalten haben und diverse geposten Fotos gemacht haben, haben wir uns dazu entschlossen, wieder per wagemutigen Sprung in die Stroemung, uns wieder in ruhigere Gewaesser zu begeben. Hier plaschen wir ein bscihen rum und schauen den Verrueckten dabei zu wie sie ihre Fuesse durch das springen von den Klippen weis faerben. Als es, aufgrund des Wochenendes, immer voller wird beschliesen wir uns auf den Heimweg zu machen. Mit einem kuehlen Cuba libre in der Hand setzen wir uns in die fahrende Kuehlbox.

Pewees Vater faehrt uns extra einen anderen Weg durch die Berge zurueck um uns besonders viel vom Land zu zeigen. Auf der Fahrt erklaert er uns dass er sich ueber die Kirche im Wohnungsbau betaetigt. Im rahmen der gesetzlichen 60 Sozialstunden die Schueler nach ihrem Abschluss ableisten muessen errichtet er ehrenamtlich fuer die Armen mit diesen Schuelern neue Haeuser bzw. renoviert aeltere Modelle. Auf unser Nachfragen hin erfahren wir dass er dabei nciht als Geldgeber fungiert sondern selber aktiv die Haeuser baut. Hierbei kommen ihm seine hunderttausend Kontakte die er ueber siene Fabrik und als Teil der Oberklasse hat sehr zuhilfe und so sammeln sich bei ihm immer wieder mal Tueren oder Fenster die so einer neuen Bestimmung zugefuehrt werden. Nach etwa 10 weiteren Militaerkontrollen kommen wir wieder in die gewohnten Gestade von Santiago.

NAchdem wir einige Blogeintraege nachgeholt haben und uns sonst einfach mal entspannt haben wird es langsam dunkel und wir muede. Wenn nicht der Cuba libre gewessen waere den wir noch vor uns stehen hatten waere uns vielleicht noch etwas grossartig schoenes entgangen. Pewee der irgendwann wie aus dem nichts neben uns erscheint hat Hunger. Wir haben zwar noch ncihts zu Abend gegessen haben aber auch nicht hundert prozentig Lust was zu essen. Erst als Pewee sagt er kennt da eine Pizarria die sehr gut ist lassen wir uns breitschlagen mit ihm zu kommen. Nach kurzer Fahrt stehen wir vor einer Filiale der Fastfoodkette mit dem roten Hut. Erst dneken wir dass kann doch nicht sien Ernst sein aber dann merken wir dass hier fast food einen anderen Stellenwert hat als bei uns als wir die Bedinungen rrumrennen sehen und schon am Eingang freundlich empfangen werden und von einem Platzanweiser unsere Plaetze bekommen. Wir entscheiden uns fuer eine grosse vegetarische Pizza zu dritt (ich wollte erst aufgrund der mir sehr hoch erscheinenden Preise eine mitllere alleine nehmen). Puddel versucht einen Schrimpssalat. Die Pizza ist so gross wie bei uns etwa eine Familienpizza und hat einen mit Kaese gefuellten Rand. sie schmeckt wirklich gut und wir sind sehr zufrieden doch mitgekommen zu sein. Nur der Puddel ist mit sienem Salat nciht ganz zufrieden dden er nciht noch einmal essen wuerde der aber auch nicht ganz schlecht gewesen sien muss, oder so aehnlich. Wer sich jetzt vielleicht wundert dass das hier doch nciht das tolle Erlebniss sein kann der hat vollkommen recht weil das Erlebniss erst noch kommen sollte. Pewee der die Rechnung von umgerechnet 25 Euro auch gegen unsere Gegenwehr alleine uebernimmt (wie hat der es eigentlcih geschafft sich alleine gegen uns zu dirtt zu wehren??) entfuehrt uns kurzerhand noch in ein anderes Restaurant in den Bergen vor Santiago. Doch heir sollen wir nciht mehr Essen im herkoemlichen Sinne sondern den Ausblick geniesen. Tatsaechlich ist der Ausblick ueber die Stadt mit ihren hunderttausenden Lichtern im Dunkeln so atemberaubend dass sogar Lucie zugeben muss das der Blick etwas romantisches an sich hat. Einen weiteren Hoehepunkt dieses Restaurants bieten die Autos des Diktators Trujilo die hier ausgestellt sind. Nachdem wir noch einige Bilder mit hoher Belichtungszeit (15 Sekunden stillstehen ist verdammt schwer) gemacht haben begeben wir uns dann doch nach Hause um den Tag bei einem weiteren Cuba libre ausklingen zu lassen. Nachdem Puddel sich ins Bett begeben hat schreibt Lucie mit meiner bescheidenen Hilfe den letzten fehlenden Blogeintrag fertig und ich warte bis es auch nach DZZ 12 UHr ist um meiner Mutter meine Glueckwuensche zu schreiben.

Hier nochmal alles alles gute liebe Mama.

Doch auch der schoenste Tag geht mal zu ende und so fallen wir todmuede um halb 2 in unsere Betten und schlafen sofort wie die Steine ein.

Mit Gruessen aus der Karibik wo die Sonne immer scheint

euer Felix

12.7.09 17:28

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